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Die wichtigsten Chancenmärkte der österreichischen Hotellerie

Dieter Mayr-Hassler

 

Zukunftsimpuls März 2012

Selbsterkenntnis und Selbstfindung

Für ein erfolgreiches Hotel gibt es drei Kriterien: erstens der Standort, zweitens der Standort und drittens der Standort. Diese ironisch klingende aber dennoch sehr ernst gemeinte Weisheit stammt vom Gründer der Hilton-Hotels. Eine andere These, man hört sie vor allem von Bankern und Unternehmensberatern, besagt, dass Hotels eine gewisse Mindestgröße haben müssen, damit sie am Markt dauerhaft bestehen können. Die Rede ist hier von mindestens 35 Zimmern und für Ferienhotels mit Wellnessbereich sogar von
mindestens 60 Zimmern.

Gurus und selbsternannte Fachleute

Beide Aussagen sind zutreffend und bescheren damit einem Großteil der österreichischen Hotels eine äußerst negative Zukunftsaussicht. Um diese zu kompensieren gibt es Tourismusberater und Gurus, die den Hoteliers gegen gutes Honorar erklären, dass man mit guten Konzepten und viel Engagement überall und in jeder Größe ein erfolgreiches Hotel führen kann. Derart gut beraten lassen sich die düsteren Fakten aus den anfangs stehenden Zeilen leicht wieder aus dem Kopf treiben.

Aber es bleibt nicht nur bei den professionellen Beratern. Ein Hotelier hat ja auch Freunde, Bekannte, Verwandte und Gäste auf deren Rat er gerne zurückgreift. Es gibt wohl keine Branche mit so vielen Einflüsterern und selbsternannten Fachleuten, wie die Hotel- und Tourismusbranche. Jeder, der einmal in einem Hotelbett übernachtet hat, glaubt ein Fachmann zu sein. Österreich ist bekannt für seine guten Klein- und Mittelbetriebe, besonders im Tourismus. Nur der Mittelstand ist eine aussterbende Rasse und der goldene Mittelweg wird immer mehr zum Pfad des Verderbens. Die Vorzeige-Hotels, die vielzitierten Leitbetriebe, sind meist große Hotels in Top-Tourismus-Destinationen, die entweder über Jahrzehnte gesund und stetig gewachsen sind oder von internationalen Konzernen mit viel Geld aus dem Boden gestampft wurden. Sie können deshalb für den Großteil der heimischen Hotellerie nur Trends vorgeben, aber keine echten Vorbilder sein.

Wohin soll der Weg nun gehen? Der erste Schritt ist die Selbsterkenntnis. Ein veraltetes und verschuldetes Hotel an einem schlechten Standort kann niemand mehr retten. Alle anderen müssen sich auf ihre Stärken konzentrieren und sich neu positionieren. Für den einen kann eine Vergrößerung des Hotels und des Angebotes und für den anderen der Rückbau und die Reduktion des Angebotes der richtige Weg sein.

Familienleben und neue Professionalität

Für den Familienbetrieb der Zukunft soll es meiner Meinung nach zwei Prämissen geben: Zum einen die gesunde betriebswirtschaftliche Basis, mit einer zufriedenstellenden Ertragssituation und zum anderen darf der wirtschaftliche Erfolg der Hotels nicht auf Kosten eines funktionierenden und zeitgemäßen Famlienlebens gehen. Das heißt, auch ein Besitzer eines noch so kleinen Hotels, Gasthofs oder Pension muss seine Freizeit haben, die er im Kreise seiner Familie begehen kann. Es darf nicht sein, dass ein Fortkommen des Betriebes nur möglich ist, wenn die pensionierten Eltern des Besitzers und seine minderjährigen Kinder regelmäßig und gratis im Betrieb mitarbeiten. Hier ist eine neue Professionalität gefragt. Nur glückliche und zufriedene Hoteliers sind auf Dauer gute und erfolgreiche Gastgeber.

Ein Patentrezept für Konzepte der Zukunft kann niemand liefern, aber auch hier gilt ein Grundsatz: Das Konzept muss der Hotelier selbst erarbeiten und es muss authentisch sein, zu ihm und seiner Familie passen. Er muss es leben und sich auch damit wohl fühlen. Darüber hinaus sollten kleine und mittlere Betriebe alle Kooperationsmöglichkeiten abchecken und umsetzen. Dabei kann es sich um Werbe- und Marketingaktionen, oder um echte Betriebskooperationen mit Gästeaustausch handeln.

 

 

 

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